Das St. Peter-Kinderheim:

Der Beginn der Förderung

Ende 1979 beschloss der Pfarrgemeinderat von St. Peter in Köln-Ehrenfeld – auf Vorschlag unseres früheren Diakons, Herrn Schulte – eine Partnerschaft in Süd-Indien mit dem Bistum Mananthavady unter der Leitung des damaligen Bischofs Jacob Thoomkuzhy einzugehen. Sein Nachfolger war von 1997-2003 Bischof Emmanuel Pothanamuzhy, und seit Mai 2004 ist es Bischof Jose Porunnedom.

Wo liegt das Kinderheim?

Die Diözese Mananthavady liegt im Bundesstaat Kerala an der Südwestküste Indiens. Sie wurde 1973 gegründet, um die dorthin gesiedelten, meist sehr armen, christlichen Familien – die »Adivasis« – zu betreuen.

Im Januar 1979 entschloss sich Bischof Jacob zum Bau eines dringend notwendigen Kinderheims für Mädchen und Jungen in Kartikulam. Dort, etwa 20 km vom Bischofshaus entfernt, besaß die Diözese in einem Naturschutzgebiet eine fünf Morgen große Kaffeeplantage. Auf einem Teil dieses Grundstücks entstanden die ersten Gebäude des Heims und wurden noch im selben Jahr eingeweiht. Nachdem unsere Gemeinde die Patenschaft für dieses Projekt übernahm, erhielt es den Namen »St. Peter-Kinderheim«.

Die soziale Aufgabe

Das Heim kann max. 50 Kinder aufnehmen und soll vor allem Kindern aus der Urbevölkerung, Waisenkindern sowie Kindern aus sehr armen Verhältnissen oder zerrütteten Familien ein »Zuhause« bieten. Hier sollen sie ausreichend ernährt, gekleidet und versorgt werden. Durch eine geregelte Schulausbildung und – wenn möglich – eine anschließende Berufsausbildung sollen die Kinder eine faire Chance auf eine eigenständige Zukunft erhalten.

Dieses Angebot gilt für Mädchen und Jungen aller Religionsgemeinschaften in Indien, nicht nur für christliche. So sind durchschnittlich 30-40% der Heimkinder Hindus und alle Kinder im St. Peter-Kinderheim lernen, friedlich miteinander aufzuwachsen und zusammen zu leben.

Das engagierte Team

Die Leitung des Heims hatte vom Start im Jahr 1979 bis Ende Juli 2004 Fr. Jacob Nedumpillil, ein kath. Priester und anerkannter Homöopath. Neben seiner Tätigkeit im Heim behandelte er in seiner Praxis in Mananthavady meist die Kranken aus den ärmsten Schichten der Landbevölkerung. Krankheits- und altersbedingt musste er 82-jährig die Leitung an einen jüngeren Nachfolger übergeben. Neuer Leiter des St. Peter-Kinderheims ist seit dem 1. August 2004 Fr. Joshy Periyapuram.

Betreuung und Versorgung der Kinder leisten außerdem zwei Kristu-Dasis- Ordensschwestern, eine Erzieherin, zwei angestellte Frauen in der Küche und einige Frauen und Männer für schwerere Arbeiten im Heim und auf der angegliederten Farm. Dort werden vorwiegend zur Eigenversorgung Tapioka, Gemüse, Ingwer, Bananen, Kokosnüsse, aber auch Gewürze wie Pfeffer u.a. angebaut.


Chronik »St. Peter hilft St. Peter«

1979:
Idee, Planung und Erstellung der ersten Gebäude für ein Kinderheim im Bistum Mananthavady in Süd-Indien mit einer Kapazität für anfangs 30 Kinder.
Übernahme der Patenschaft für dieses Projekt durch die Gemeinde St. Peter in Köln-Ehrenfeld. Daher der Name »St. Peter-Kinderheim«.

1989:
Finanzierung der Verlegung einer Wasserleitung von einer Quelle der abseits gelegenen, eigenen Farm zu den Gebäuden des Kinderheims. Schaffung einfacher Schlafstellen für alle Kinder, die vorher auf der Erde schliefen.

1990:
Kauf von Bettwäsche und Kleidung für die Kinder.

1991:
Kauf von neuen Schulranzen und Regenschirmen für den Schulweg der Kinder in der Zeit des Monsun mit seinen starken Regenfällen.

1992:
Finanzielle Hilfe für einen Erweiterungsbau – Schlafräume für Mädchen und Jungen. Dadurch Aufnahme von 50 Kindern möglich.

1994:
Übernahme der Kosten für den Bau einer Schutzmauer rund um das Gelände des Kinderheims – zur Abwehr wilder Tiere, vor allem Elefanten.

1997:
Kauf von abschließbaren Metallkoffern für alle Kinder – zur Aufbewahrung ihrer persönlichen Sachen.
Übernahme der Kosten für die Berufsausbildung der Jugendlichen, die im Heim aufgewachsen sind und erfolgreich ihren Schulabschluss absolvieren.

1999:
Finanzielle Beteiligung am Bau einer eigenen, kleinen Kapelle auf dem Gelände des Kinderheims für die täglichen Gottesdienste und gemeinsamen Gebete.
Feierliche Einweihung durch Bischof Emmanuel im Januar 2000.

2002:
Abriss von Küche und Speisesaal – schlechter Zustand nach über 20 Jahren Nutzung und ursprünglich auch nur für ca. 30 Kinder konzipiert.
Finanzielle Hilfe beim notwendigen Neubau größerer Gebäude mit ausreichend Platz für jetzt 50 Kinder und ihre Betreuer. Im November 2002 Segnung und Einweihung dieser schönen, zweckmäßigen Bauten.

2003:
Abriss eines alten, ebenfalls zu kleinen Schlaftraktes. Erforderlicher Neubau mit zwei Schlafsälen für kleine und große Mädchen dank finanzieller Unterstützung durch St. Peter. Staatliche Vorschriften, Mädchen und Jungen in getrennten Gebäuden unterzubringen, machen diese Maßnahme zusätzlich erforderlich.
Am 6.1.2004: Große Feier der Einweihung. Gleichzeitig Feier des 25-jährigen Jubiläums vom St. Peter-Kinderheim, des Goldenen Priester-Jubiläums unseres Heimleiters, Fr. Jacob Nedumpillil, und dessen 82. Geburtstag.

2004:
Am 1. August 2004 übergibt Fr. Jacob, krankheits- und altersbedingt, nach über 25 Jahren, die Leitung des St. Peter-Kinderheims an einen jüngeren Nachfolger, an Fr. Joshy Periyapuram.